Also man in die Kamera noch Filme einlegen musste

Ich erinnere mich noch gut, als ich meine erste Foto-Kamera bekam. Ich war etwa 15 Jahre alt und meine ersten eigenen Fotos schoss ich auf der Schulsportwoche. Fotografieren war damals Anfang der 90er Jahre noch mit viel Aufwand und mit viel Spannung verbunden – selbst wenn man nur eine ganz ordinäre Kleinbildkamera Foto besaß.

Vor der Reise musste man sich Filme besorgen – und da stellte sich schon mal die erste Herausforderung: Kaufe ich 24er- oder 36er-Filme? Wie viele Filme nehme ich mit, das heißt wie viele Fotos werde ich wohl schießen? Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie viele Filme ich damals bei meiner Schulsportwoche mit dabei hatte, aber ich kann mich sehr wohl erinnern, dass man zu dieser Zeit sehr wohl überlegt hatte, wann man abdrückte, und ob ein zweiter Schnappschuss des selben Motives wirklich notwendig war.

Wenn man dann vom Urlaub – oder in meinem Fall von der Sportwoche – zurückkehrte, dann brachte man die Filme zur Entwicklung in ein Fotogeschäft oder im Zweifelsfall in die Filiale einer Drogeriekette zum Entwickeln. Und nun hieß es erst mal warten – ich glaube mindestens 1 Woche.

Der Moment, in dem man die Fotos abholte, den Umschlag aufriss und die Schnappschüsse betrachtete war meist ein ganz besonderer. Sah man doch erst jetzt, welches Foto gelungen war und welcher Schnappschuss nach hinten los ging. Und – man musste die Fotos so annehmen, wie sie waren – man konnte nicht noch schnell einen Teenager-Pickel mit Photoshop beseitigen, oder die Belichtung nachträglich bearbeiten.

Wenn ich heute meiner 10jährigen Nichte davon erzähle, kann sie sich nicht vorstellen, dass es einmal etwas Besonderes war, ein Foto zu machen und dass man mitunder erst 2 bis 3 Wochen nach dem Schnappschuss das Resultat sehen konnte. Heutzutage zuckt jeder ständig das Smartphone und knippst darauf rum, die Bilder sind auch nur für Sekunden interessant und auf Fotopapier werden sie nur mehr selten gedruckt.

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