Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Sagen auch tausend Bilder noch mehr? Denn das könnte die Zahl an Fotos sein, die viele junge Menschen so in einer Woche mit ihrem Smartphone knipsen.

Kann man tatsächlich noch viel über eine Person aussagen, wenn man sie auf gestellten Bilder Bilder mit perfekt gestyltem Haar, perfektem Makeup, perfekt sitzender Kleidung in unendlich vielen Posen sieht? Gut, eins kann man sicher über diese Person aussagen: Sie hat einen gewissen Geltungsdrang und eventuell eine leichte narzisstische Veranlagung.

Doch wer verbirgt sich hinter diesen Menschen auf perfekt gephotoshoppten Oberflächen? Manchmal habe ich den Eindruckt, diese sogenannten Influencer wissen oft selber nicht mehr, wer sie wirklich sind. Sie kennen doch auch nur ihre markellose Oberfläche – ihre Hülle. Genau hier sehe ich die Gefahr: Wenn jemand nur mehr Hülle ist, dann muss doch im Inneren dieses Menschen viel Leere sein.

Wenn sich jemand nur über die Bestätigung von außen definiert, bleibt kein Platz für innere Entwicklung. Wenn der Ruhm von außen ausbleibt, dann fällt die Hülle zusammen, so, wie oft auch die Psyche dieser Menschen zusammenbricht.

Gut, das sollte nicht mein Problem sein, könnte man jetzt denken. Aber wird es nicht unser aller Problem, wenn wir in Social Media nur mehr “Perfektes” sehen, das nur mit Hilfe von Bildbearbeitung perfekt wird? Da können wir uns noch so oft sagen, dass das mit dem realen Leben nichts zu tun hat, dennoch werden wir unbewusst von diesen Bildern beeinflusst. Sie werden – ohne dass wir das merken – zum Maß des Normalen, das von einem Durchschnittsmenschen – wenn überhaupt – nur schwer erreichbar ist.

Das wiederum führt dazu, dass wir noch selbstkritischer mit uns werden, uns noch unvollkommener fühlen. Und bei manchem kann es zu Komplexe führen. Ich denke, es gibt mittlerweile keine Stelle am Körper, die sich nicht durch plastische Chirurgie irgendwie “optimieren” lässt. Doch ist es das, was wir wollen?

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