Früher musste man als Fotograf sehr viel Geduld mitbringen. Wenn du ein ganz besonderes Bild machen wolltest, musstest du deine Kamera ständig mitschleppen bis du etwas Einzigartiges gesehen hast.

Ob es darum ging, in der Natur ganz spezielle Lichtverhältnisse abzuwarten, oder dass Models stundenlange von Visagisten bearbeitet wurden, bis sie fertig für das Shooting waren.

Die Erfindung von Photoshop hat die Fotografie revolutioniert!

Heutzutage schaut man auf ein Foto und der erste Eindruck ist „Wow“, aber gleich in der nächsten Sekunde denkst du: „Das ist gephotoshopped“.

Der bedeutendste Einschnitt, den Photoshop in unser Leben gemacht hat, ist, wie wir die Welt sehen. Digitale Künstler wissen, wie man gewöhnliche Fotos mit Hilfe von Photoshop in etwas komplett Anderes und Außergewöhnliches verwandelt.

In der Werbung hat man sich schon immer der Retusche und Manipulation von Fotos bedient. Photoshop machte es nun noch einfacher, beim Konsumenten einen faszinierenden und irritierenden Eindruck zu hinterlassen.

Aber gerade in der Model-Fotografie hat Photoshop einen Einfluss auf unsere Gesellschaft, an den die Erfinder dieses faszinierenden Bildbearbeitungsprogramms wahrscheinlich nie gedacht hatten. Wir sehen in Zeitschriften, auf Plakaten und in den Social Media nur mehr perfekte, makellose Menschen, mit glatter Haut, perfekten, schlanken Körpern und idealen Proportionen. Leider sind diese für viele junge Menschen zum oft unerreichbaren Vorbild geworden und sie sehen nicht mehr, dass diese Bilder mit der wahren Welt oft wenig zu tun haben.

Die Folge sind ein unaufhörlicher Optimierungswahn junger Menschen und doch das ständige Gefühl, nicht perfekt zu sein. Das geht einher mit Komplexen um das eigene Aussehen und mit Essstörungen, die sich dadurch ergeben, dass die Menschen auch so perfekt wie ihre gephotoshoppten Vorbilder aussehen wollen.

Selbst Urlaubsphotos schaffen es nicht mehr auf Facebook, ohne zuvor einem kurzem Photoshop-Makeup unterzogen zu werden. Denn wir sind es uns gewöhnt, dass es nicht mehr gut genug ist, sich auf Bildern so zu zeigen wie man ist – man muss sich erst optimieren.